Bestäubung - Teil 1: Darum sind Blumen und Bienen so gute Partner

Geposted von Mara Nowozin am

Wir wissen, dass Bienen wichtige Bestäuber sind. Aber was ist Bestäubung eigentlich?

Durch Bestäubung vermehren sich Pflanzen. Sie ist sozusagen Pflanzensex. Zwar können sich viele Pflanzen auch ohne einen Partner fortpflanzen, indem sie sich vereinfacht gesagt klonen. Man sieht das zum Beispiel bei Kartoffeln, die austreiben, oder bei Erdbeeren mit ihren Ausläufern. Das ist aber nicht immer eine gute Idee, und um Inzucht zu vermeiden, braucht es die sexuelle Fortpflanzung.

Dafür muss jedoch genetisches Material ausgetauscht werden. Da sich Pflanzen nicht bewegen können, brauchen sie ein Transportmittel. Bei vielen Pflanzen geschieht dies über den Wind. Diese windbestäubten Arten produzieren unfassbare Mengen Pollen in der Hoffnung, dass ein paar Pollenkörner bei einer Pflanze der gleichen Art ankommen. Diese Pollenmengen sind so gigantisch, dass sie in vielen Jahren alles mit einer gelben Schicht überziehen, wie auch in diesem Jahr 2020. Zu den windbestäubten Pflanzen zählen Hasel, Nadelbäume und Gräser.

Bienen als Pollenboten

Die übrigen Pflanzen bevorzugen eine etwas direktere Methode und setzen Insekten (und andere Tiere) als Helfer ein. Diese übernehmen den Job des Windes und bringen den Pollen gezielt zu anderen Pflanzen. Dadurch wird weniger Pollen gebraucht, da der Transport nicht zufällig ist. Stattdessen muss die Pflanze aber in auffällige Blüten und Nektar investieren, um Bestäuber anzulocken. Das ist die Symbiose zwischen Blumen und Bienen. Die Blume stellt sicher, dass ihr genetisches Material weitergegeben wird, und die Bienen bekommen als Belohnung Nektar. Die Bienen sind dabei etwas gemein: Sie geben nur einen Teil des Pollens ab und behalten den Rest für sich.

Wildbiene Löcherbiene auf Blüte

In der Regel hat eine Blüte männliche Organe (die den Pollen produzieren) und weibliche Organe, die den Pollen empfangen. Sie ist also ein Zwitter. Wenn eine Biene nun eine Blüte besucht, sammelt sie den Pollen vom Staubbeutel (dem männlichen Organ) ein. Bei der nächsten Blüte verliert sie ein wenig Pollen auf der Narbe (dem weiblichen Organ). Den Rest behält sie und füttert damit ihren Nachwuchs. Der Pollen, der in der Blüte blieb, keimt nun und bildet einen Pollenschlauch. Dieser wächst in den Stempel hinein, bis er die Eizelle erreicht, und befruchtet sie. Aus dieser Eizelle entwickelt sich dann dann der Samen der Pflanze. Dieser wird später häufig von einer Frucht umgeben, die wir essen können.

Das heisst: Ohne Biene keine Bestäubung, ohne Bestäubung kein Kirschkern und ohne Kirschkern keine Kirsche. Darum sind wir so auf die Bestäubung angewiesen.

 

Neben den Pflanzen mit zweigeschlechtlichen Blüten gibt es noch solche, die männliche und weibliche Blüten besitzen. Manche dieser Art haben weibliche und männliche Blüten auf derselben Pflanze (zum Beispiel Haselnuss), andere Arten haben hingegen männliche und weibliche Pflanzen. Letzteres ist zum Beispiel bei Kiwis der Fall. Das heisst, wenn man Kiwis ernten möchte, braucht es zuvor mindestens zwei Pflanzen, eine von jedem Geschlecht. 

Noch ein Tipp für den Garten

Vielleicht hast du einen Apfelbaum (oder anderen Obstbaum), der keine oder nur wenige Früchte trägt. Dies kann daran liegen, dass es in der Nähe keine passenden Bestäuberbäume gibt. Ein Baum kann sich häufig nicht mit seinem eigenen Pollen bestäuben und braucht einen anderen Baum der gleichen Art als Pollenquelle. Am besten ist dieser Baum auch noch von einer anderen Sorte, dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der richtige Pollen per Insekten-Transport auf die Blüten kommt und die Bestäubung klappt. Falls du also mit deinem Obstbaum nicht zufrieden sind, pflanze einfach einen zweiten. 

Die passenden Pollenboten und ihr Zuhause gibt es in unserem Shop.

Apfelbaum

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