WAS MUSS ICH WISSEN?

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So können Sie Wildbienen helfen

Wildbienen sind das ganze Jahr über auf ein kontinuierliches Blütenangebot angewiesen und benötigen zudem enorme Pollenmengen für die Ernährung ihres Nachwuchses. Indem Sie geeignete Blumen und Wildstauden pflanzen, können Sie einen wichtigen Beitrag leisten, um diese nützlichen Tiere zu unterstützen.

Wildbienen – die vergessenen Bestäuber

Die Mehrheit der Bevölkerung denkt bei Bienen vor allem an Honig und damit an die seit Jahrhunderten domestizierte Honigbiene. Dass es aber neben der Honigbiene allein in Deutschland noch gut 580 andere Bienenarten gibt, die keinen Honig produzieren, war bis vor Kurzem nur eingefleischten Insektenfreunden bekannt. Eigentlich erstaunlich, denn die unermüdlich arbeitenden Wildbienen sind für einen Großteil der Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen verantwortlich. Und es gibt noch viel mehr erstaunliche Fakten zu den faszinierenden Wildbienen zu entdecken.

Die Vielfalt der Wildbienen

Weltweit sind bereits über 17.000 Wildbienenarten beschrieben worden, Tendenz steigend. Zum Vergleich: Die viel besser erforschten Säugetiere stellen gerade mal knapp 5500 Arten. In Deutschland sind rund 580 verschiedene Arten von Wildbienen bekannt (Stand 2018). Von der sozialen Honigbiene bis zur solitär lebenden Mauerbiene gibt es alle möglichen Übergangsformen des Zusammenlebens. Die Vielfalt ist enorm: Die kleinste Wildbiene Deutschlands, die Sand-Steppenbiene (Nomioides minutissimus), misst nur rund 4 Millimeter. Die größte Wildbiene ist die Große Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) mit bis zu 2,8 Zentimeter Länge. Diese Maße erreichen nur noch Hummelköniginnen, die ebenfalls zu den Wildbienen zählen.

Wie leben Mauerbienen?

Mauerbienen sind solitär lebende Wildbienen, also Einzelgänger. Anders als Honigbienen leben Mauerbienen nicht in einem Staat, haben keine Königin, keine Arbeiterinnen, keine Wachswaben und sie produzieren auch keinen Honig. Stattdessen baut jedes Weibchen – nachdem es sich mit einem Männchen gepaart hat – sein eigenes Nest, beispielsweise in einem Riesenschilfröhrchen. Jede Brutzelle wird mit einer Mischung aus Pollen und Nektar versorgt. Auf dieses Pollenbrot legt das Weibchen ein einziges Ei. Die Brutzelle wird anschließend mit einer dünnen Wand aus lehmiger Erde verschlossen. Diese Mauer bildet gleichzeitig die hintere Wand für die nächste Brutzelle. So reiht die Mauerbiene Brutzelle an Brutzelle, bis das Nest voll ist. Zum Schluss verschließt das Weibchen das Nest mit einem dicken Lehmpfropfen. Die erwachsenen Mauerbienen sterben nach etwa vier bis sieben Wochen.

Wo kommen Mauerbienen vor?

Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) ist eine weit verbreitete, einheimische Wildbienenart, die hauptsächlich in Dörfern und Städten vorkommt und dort stellenweise sehr häufig zu sehen ist. Die Gehörnten Mauerbienen schlüpfen bereits in den ersten warmen Märztagen und sind dann bis etwa Mitte Mai aktiv. Sie gehören damit zu den am frühesten fliegenden Wildbienenarten im Jahreslauf.

Eine nahe Verwandte der Gehörnten Mauerbiene, die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis), ist sogar noch häufiger und hat ähnliche Ansprüche an den Lebensraum wie ihre Schwesterart. Die Rote Mauerbiene schlüpft im April und ihre Aktivitätszeit reicht bis weit in den Juni hinein.

Mauerbienen sind harmlos

Mauerbienen sind, anders als manche Honigbienen, überhaupt nicht aggressiv. Man kann sich dem Nest problemlos nähern und die Tiere gefahrlos aus nächster Nähe beobachten. Die Weibchen besitzen zwar einen kleinen Stachel, setzen diesen aber nur bei Lebensgefahr ein. Man müsste die Tiere regelrecht mit der Hand zerdrücken wollen, um einen kleinen Stich zu riskieren. Ihr Stachel ist zudem so weich, dass er kaum in unsere Haut dringen könnte. Der Stich einer Mauerbiene ist daher höchstens mit einem leichten Brennnesselkontakt oder einem Mückenstich vergleichbar. Mauerbienen lassen sich zudem nicht von Essen oder Süßgetränken anlocken. Beim Mittagessen auf dem Balkon oder bei der Kuchenpause im Garten werden Mauerbienen also niemals lästig.

Wie gefährdet sind die Wildbienen bei uns?

Die meisten Wildbienen sind auf geeignete Nistplätze und ein sehr spezifisches Blütenangebot in ihrer Nähe angewiesen. Durch die Zersiedlung und die Intensivierung der Landwirtschaft wurden ihre Habitate immer seltener, sodass die Wildbienen immer weniger geeignete Orte für die Aufzucht ihrer Nachkommen finden. Nicht zuletzt deshalb ist heute bereits rund die Hälfte aller Wildbienenarten in Deutschland gefährdet und steht auf den Roten Listen der bedrohten Tierarten.

Wie kann ich Wildbienen in meiner Umgebung fördern?

Wildbienen brauchen ein kontinuierliches Blütenangebot und enorme Pollenmengen für die Ernährung ihres Nachwuchses. Wenn Sie geeignete Wildblumen und Wildstauden pflanzen, leisten Sie einen wichtigen Beitrag, um diese wichtigen Tiere zu unterstützen. Ein Wildbienen-Häuschen sowie natürliche Niststrukturen wie offene Bodenflächen, markhaltige Stängel, Trockenmauern oder Totholz bieten weitere wichtige Voraussetzungen für den Erhalt der Wildbienen.

Wie viele Wildbienenarten gibt es?

Gemeinsam mit den Mauerbienen, die im Frühjahr Ihr BeeHome besiedeln, leben in Deutschland rund 580 Wildbienenarten. Was alle Wildbienen benötigen, sind ein geeigneter Nistplatz sowie heimische Wildblumen in unmittelbarer Umgebung. Die große Mehrheit gräbt Nistgänge im Boden. Nur wenige Dutzend Wildbienenarten nisten in Hohlräumen. Diese Arten bauen ihre Nester in markhaltige Stängel, in totem Holz oder sogar in verlassenen Schneckenhäusern.

Unser Tipp für weitere Informationen: www.wildbienen.info

Wildbienen-Porträts

Neben der Gehörnten und der Roten Mauerbiene können viele weitere Wildbienenarten in Ihrem BeeHome nisten. Hier finden Sie eine Zusammenstellung von weiteren Untermietern Ihres BeeHomes. Mit etwas Glück können Sie einige davon im Sommer beobachten.

Osmia bicornis

Rostrote Mauerbiene

Die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis), fühlt sich in Gärten des Siedlungsraums ausgesprochen wohl.

Osmia Cornuta Gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene

Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) ist eine der Arten, die am häufigsten an Nisthilfen beobachtet werden.

Schötterich Mauerbiene

Schöterich-Mauerbiene

Die Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis) ist eher selten, kann jedoch manchmal auf Blüten der Nacht- oder Mondviole beobachtet werden.

Stahlblaue Mauerbiene

Stahlblaue Mauerbiene

Die Stahlblaue Mauerbiene (Osmia caerulescens) ist in ganz Deutschland weit verbreitet. Das Weibchen wird ca. 10 mm groß.

Natterkopf Mauerbiene

Natterkopf-Mauerbiene

Durch die strenge Spezialisierung auf den Gemeinen Natterkopf ist die Natterkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca) auf das Vorkommen dieser Pflanze angewiesen.

Osmia Leaiana

Distel-Mauerbiene

Die Distel-Mauerbiene (Osmia leaiana) ist durch den anhaltenden Vernichtungskampf gegen ihre Hauptnahrungspflanze mittlerweile selten geworden.

Stahlblauer Grillenjäger

Stahlblauer Grillenjäger

Der Stahlblaue Grillenjäger (Isodontia mexicana) ist eine harmlose Solitärwespe, die sich von kleinen Heupferdchen ernährt.

Wollbiene

Garten-Wollbiene

Wie der Name schon sagt, verwendet die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) Pflanzenwolle als Baumaterial für ihr Nest.

Garten Blattschneiderbiene

Garten-Blattschneiderbiene

Die Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella) schneidet ein bis zu 2 cm großes Stück aus einem Blatt und fliegt damit wie auf einem Sattel reitend zum Nest.

Glockenblumen Scherenbiene

Glockenblumen-Scherenbiene

Glockenblumen-Scherenbienen (Chelostoma rapunculi) sind dort weit verbreitet, wo Glockenblumen gedeihen.

Löcherbiene

Löcherbiene

Die Löcherbiene (Heriades truncorum) ist häufig und kann in vielen Gärten beobachtet werden.

Männchen auf Allium sphaerocephalon

Lauch-Maskenbiene

Die Lauch-Maskenbiene (Hylaeus punctulatissimus) ist sehr unscheinbar und wird wegen ihrer geringen Größe oft nicht als Biene wahrgenommen.

Holen Sie sich ein Stück Natur nach Hause

Alle unsere Wildbienen-Häuschen können in der Stadt oder auf dem Land platziert werden: Die Mauerbienen, die Sie mit dem BeeHome erhalten, fühlen sich überall wohl!

Ideale Pflanzen für Wildbienen

Die vielen verschiedenen Wildbienen sind für ihr Überleben auf ein breites Angebot von einheimischen Blütenpflanzen angewiesen. Auf den Blüten finden sie Pollen und Nektar, die sie für die Ernährung ihres Nachwuchses brauchen. Hier finden Sie einige einheimische Pflanzen, die sich besonders gut als Wildbienennahrung eignen. Die meisten sind ab März in unserem Online-Shop oder in einer Wildstaudengärtnerei in Ihrer Nähe erhältlich.

Blausterne

Blausterne

Die wunderschönen, kräftig blauen Blüten der Blausterne (Scilla) produzieren oft blauen Pollen und große Mengen Nektar, was sie für Mauerbienen besonders attraktiv macht.

Blumen und Stauden für Wildbienen Traubenhyazinthen

Traubenhyazinthen

Traubenhyazinthen (Muscari) sind wertvolle Nektarspender und eignen sich hervorragend dazu, den Mauerbienen morgens den ersten Energiecocktail zu servieren.

Blumen und Stauden für Wildbienen Weiden

Weiden

Weiden sind mit ihren früh blühenden Kätzchen nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch wertvolle Pollen- und Nektarspender für Mauerbienen.

Blumen und Stauden für Wildbienen Schwarzdorn

Schwarzdorn

Der Schwarzdorn (Prunus spinosa) bietet – wie die Kirschbäume, zu deren Pflanzengattung er gehört – dank vieler Blüten eine außerordentlich ergiebige Pollen- und Nektarquelle für die Mauerbienen.

Blumen und Stauden für Wildbienen Weissdorn

Weißdorn

Die sommergrünen Weißdorne (Crataegus) gehören zu den Rosengewächsen und wachsen meist als dicht verzweigte, dornige Sträucher oder Bäume.

Felsenbirne

Felsenbirne

Die gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier), manchmal auch Edelweißstrauch oder Felsenmispel genannt, blüht vor dem Laubaustrieb zwischen April und Mai.

Lungenkraut

Lungenkraut

Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist ein Frühblüher und bildet seine farbenprächtigen Blüten schon im März aus – ideal für die Mauerbienen, die zu dieser Zeit aus ihren Kokons schlüpfen und sich sofort auf Nahrungssuche begeben.

Aufrechter Ziest

Ziest

Zieste (Stachys) gehören zu den Lippenblütlern und sind für eine Vielzahl von Wildbienenarten eine wichtige Pollen- und Nektarquelle.

Saat Esparsette

Saat-Esparsette

Vor Jahrhunderten aus den Steppen Zentralasiens nach Westeuropa gebracht, ist die Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) heute eine der wichtigsten Wirtspflanzen der heimischen Wildbienen.

Lotus corniculatus

Hornklee

Der Hornklee (Lotus) ist ein Alleskönner. Er bietet so vielen Wildbienenarten die passende Nahrung wie kaum eine andere einheimische Pflanze und sollte deshalb in jedem Garten und auf jedem Balkon ein Plätzchen finden.

Heriades truncorum (mit Osmia truncorum)

Färberkamille

Früher verwendet um Wolle und Leinen zu färben, kann die wunderschöne Färberkamille (Anthemis tinctoria) heute die Farbenpracht unserer Gärten mit einem warmen, kräftigen Gelb bereichern.

Reseda lutea

Resede

Die Resede (Reseda lutea), auch Gelber Wau genannt, ist in ihrer Erscheinung eher unscheinbar, übt aber auf viele Wildbienen eine enorme Anziehungskraft aus.

Fragen & Antworten rund um Ihr BeeHome

Mauerbienen sind eine von rund 580 Wildbienenarten in Deutschland. Alle Mauerbienen sind also Wildbienen, aber nicht alle Wildbienen sind Mauerbienen. Die beiden Schwesterarten Gehörnte Mauerbiene und Rote Mauerbiene sind in ganz Deutschland und in vielen Teilen Europas weit verbreitet, da sie sehr anpassungsfähig sind und gern in Städten und Dörfern leben.
Mauerbienen sind solitär lebende Wildbienen. Sie leben nicht in einem Volk und produzieren auch keinen Honig. Jedes Mauerbienenweibchen versorgt jeweils den eigenen Nachwuchs mit einem Nahrungsvorrat aus Pollen und Nektar.
Sie erhalten mit der Startpopulation Kokons der Roten Mauerbiene (Osmia bicornis) oder der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta). Falls Sie Ihr BeeHome gegen Ende des Frühlings bestellt haben, kann es sein, dass nur die Rote Mauerbiene mitgeschickt wird. Denn die Flugzeit dieser Art geht bis Ende Juni, während die Gehörnte Mauerbiene bis Mitte Mai aktiv ist. Beide Arten sind einheimisch und in Mitteleuropa weit verbreitet. Detaillierte Informationen über ihren Lebenszyklus finden Sie hier.
Unsere Mauerbienen kommen aus Deutschland und wurden während mehreren Jahren von uns und unseren Partnern im Obstbau vermehrt. 
Mauerbienen ernähren sich und ihre Nachkommen von Pollen und Nektar. Sie sind in ihrem Sammelverhalten nicht sehr wählerisch. Trotzdem ist es sinnvoll, sie mit einer Auswahl an geeigneten Pflanzen zusätzlich zu unterstützen. Ausführliche Informationen zu vielen einheimischen Pflanzen, die mit ihrer farbenfrohen Blütenpracht als Pollen- und Nektarlieferanten dienen, finden Sie hier.
Die Lebensdauer der Mauerbienen ist abhängig von den Wetterverhältnissen. Die Männchen leben nach dem Schlüpfen etwa zwei bis drei Wochen, die Weibchen werden vier bis sieben Wochen alt.
Die Weibchen unserer Mauerbienen haben zwar einen kleinen Stachel, sie setzen diesen jedoch kaum je ein. Er ist auch so weich, dass er kaum in menschliche Haut dringen kann. Die Mauerbienen zeigen vor allem keinerlei aggressives Verhalten: Man müsste die Tiere regelrecht mit der Hand zerdrücken wollen, um einen Stich zu riskieren. Ein Stich wäre aber kaum schmerzhaft und nicht mit Stichen von Honigbienen oder Wespen zu vergleichen, sondern eher mit einem Brennesselkontakt. 

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